Steckbrief zu Lilli Tagger
| Voller Name | Lilli Tagger |
|---|---|
| Geboren | 17. Februar 2008, Lienz, Österreich |
| Wohnort/Training | Varese, Italien |
| Spielhand | Rechtshänderin, einhändige Rückhand |
| Trainerin | Francesca Schiavone (seit November 2023) |
| Aktuelle WTA-Platzierung | Nr. 46 (Career High: Nr. 45) |
| WTA-Titel | 1 (Prag, Juli 2026) |
| Bekannt für | Einhändige Rückhand, French-Open-Juniorinnentitel 2025, rasanter Aufstieg von außerhalb der Top 500 in die Top 50 innerhalb eines Jahres |
| Aktueller Anlass | Hauptfeld-Einzug beim WTA-1000-Turnier in Cincinnati, August 2026 |
Der nächste Schritt in Cincinnati
Lilli Tagger setzt ihren bemerkenswerten Aufstieg fort. Die 18-jährige Osttirolerin hat sich beim WTA-1000-Turnier in Cincinnati über die Qualifikation für das Hauptfeld gespielt. Als Nummer eins der Qualifikation setzte sie sich zunächst gegen Lin Zhu mit 3:6, 6:1, 6:1 durch und ließ gegen die US-Amerikanerin Robin Montgomery mit 6:3, 6:1 einen weiteren klaren Sieg folgen.
Damit steht Tagger gemeinsam mit Sinja Kraus und Anastasia Potapova im Hauptfeld – Österreich ist in Cincinnati damit gleich dreifach vertreten.
Für Tagger ist das die logische Fortsetzung eines Sommers, der sie bereits mit ihrem ersten WTA-Titel in Prag in eine neue Kategorie gehoben hat. Wer verstehen will, warum ihr Name gerade so oft fällt, muss sich diesen Sommer genauer ansehen.
Wer ist Lilli Tagger?
Lilli Tagger, geboren am 17. Februar 2008 in Lienz, ist die derzeit meistbeachtete Nachwuchsspielerin des österreichischen Damentennis. Seit November 2023 trainiert sie in Varese bei Francesca Schiavone, der italienischen French-Open-Siegerin von 2010. Bekannt ist Tagger vor allem für zwei Dinge: ihren außergewöhnlich schnellen Aufstieg in der Weltrangliste und ihre einhändige Rückhand – einen Schlag, der im modernen Damentennis nur noch selten auf diesem Niveau zu sehen ist.
Noch vor rund einem Jahr war Tagger außerhalb der Top 500 der Weltrangliste zu finden. Heute steht sie als Nr. 46 der Welt, hat einen WTA-Titel gewonnen und sich für ihr erstes US-Open-Hauptfeld qualifiziert.
Vom Talent zur etablierten WTA-Spielerin
Diese Entwicklung verlief nicht linear, aber ungewöhnlich schnell. Nach ihrem Juniorinnen-Titel bei den French Open im Juni 2025 – Tagger war die erste Österreicherin überhaupt, der das gelang – bekam sie zunächst vor allem den Status eines großen österreichischen Nachwuchstalents. Ein Junioren-Titel sagt aber wenig darüber aus, ob jemand auch im Erwachsenentennis mithalten kann.
Mit den ersten Ergebnissen auf WTA-Ebene änderte sich diese Wahrnehmung Schritt für Schritt. Schon bei ihrem Tour-Debüt in Jiujiang erreichte Tagger überraschend das Finale. Im März 2026 gab sie dann ihr Debüt auf WTA-1000-Ebene in Indian Wells und gewann dort als Wildcard-Spielerin gleich ihr erstes Match. Im April folgte in Linz der erste Sieg gegen eine ehemalige Top-10-Spielerin. Jeder dieser Schritte für sich genommen wäre schon ein guter Erfolg gewesen – in ihrer Summe zeigen sie aber vor allem, wie kontinuierlich Tagger sich gegen immer stärkere Gegnerinnen behauptet hat, bevor der Titel in Prag kam.
| Zeitpunkt | Meilenstein |
|---|---|
| Juni 2025 | Juniorinnen-Titel bei den French Open |
| November 2025 | Erstes WTA-Finale in Jiujiang |
| März 2026 | WTA-1000-Debüt in Indian Wells |
| April 2026 | Sieg gegen Paula Badosa in Linz |
| Juli 2026 | Erster WTA-Titel in Prag, Sprung in die Top 50 |
| August 2026 | Hauptfeld-Einzug in Cincinnati |
Der Titel in Prag verändert ihre Ausgangslage
Am 26. Juli gewann Tagger den Livesport Prague Open und damit ihren ersten Titel auf der WTA-Tour. Im Finale lag sie gegen die Ukrainerin Daria Snigur zunächst mit 2:5 zurück, drehte den ersten Satz aber noch im Tiebreak und ließ im zweiten Durchgang beim 6:2 nichts mehr anbrennen. Auf dem Weg dorthin bezwang die als Nummer 74 der Welt angereiste Tagger mit Sara Bejlek und Barbora Krejcikova gleich zwei gesetzte Spielerinnen.
Der Titel bedeutete mehr als einen ersten WTA-Triumph: Tagger sprang auf Rang 45 und wurde damit zur jüngsten Spielerin in den Top 50. Noch ein Jahr zuvor lag sie außerhalb der Top 500. Die Geschwindigkeit dieser Entwicklung ist der eigentliche Kern ihrer Geschichte.
Der Sprung in die Top 50 verändert dabei nicht nur ihre Position in der Weltrangliste. Er verändert auch die Art, wie Tagger auf der Tour wahrgenommen wird. Aus einer interessanten Nachwuchsspielerin ist eine Gegnerin geworden, die andere Spielerinnen inzwischen ernsthaft einplanen müssen.
Ich kann nicht glauben, dass ich es am Schluss dann wirklich gewonnen habe.
— Lilli Tagger, nach ihrem Titelgewinn in Prag
Der Titel veränderte damit auch die Ausgangslage für die folgenden Turniere. Tagger reiste nicht mehr als Außenseiterin nach Cincinnati, sondern als Top-50-Spielerin und WTA-Titelträgerin.
Cincinnati als nächste Bewährungsprobe
Prag war der Durchbruch. Cincinnati ist nun die nächste Gelegenheit, diesen Aufwärtstrend gegen ein deutlich stärker besetztes Feld zu bestätigen. Gerade bei großen WTA-Turnieren verfolgen viele österreichische Tennisfans nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Möglichkeiten für Sportwetten in Österreich rund um die einzelnen Partien. Schon der Umweg über die Qualifikation verlangte Tagger einiges ab: Gegen Lin Zhu lag sie nach dem ersten Satz zurück. Die Reaktion war dabei besonders bemerkenswert: Tagger stabilisierte ihr Spiel und gab Lin Zhu in den folgenden beiden Sätzen kaum noch Raum, ehe sie den Hauptfeld-Platz gegen Montgomery souverän fixierte.
Wer Taggers nächste Gegnerin im Hauptfeld sein wird, stand zum Zeitpunkt der Qualifikation noch nicht fest. Auch das US-Open-Hauptfeld ist für Tagger bereits fixiert. Damit wartet Ende August der nächste Grand-Slam-Auftritt auf die 18-Jährige.
Was Taggers Spiel besonders macht
In einer Zeit, in der die beidhändige Rückhand im Spitzentennis praktisch zum Standard geworden ist, fällt Taggers Spiel sofort auf. Der Schlag ist nicht nur ein technisches Detail, sondern ein Teil ihrer sportlichen Identität. Tagger ist damit derzeit die höchstplatzierte Spielerin mit Einhandrückhand im WTA-Ranking und die erste Spielerin mit diesem Schlag seit Tatjana Maria, die einen WTA-Einzeltitel gewonnen hat. Unter Teenagern war zuletzt Eleni Daniilidou 2002 in 's-Hertogenbosch so erfolgreich damit.
Tagger selbst entschied sich bereits als Zehnjährige bewusst für die einhändige Variante, obwohl ihr damaliges Umfeld eher abriet. Dass ausgerechnet Francesca Schiavone – eine der bekanntesten Spielerinnen mit einhändiger Rückhand – ihre Entwicklung begleitet, macht diese Geschichte zusätzlich interessant.
Die Rolle von Francesca Schiavone
Hinter Taggers Aufstieg steht mit Francesca Schiavone eine Figur, die selbst weiß, was es bedeutet, mit einer einhändigen Rückhand auf höchstem Niveau erfolgreich zu sein. Die Italienerin, 2010 French-Open-Siegerin und bis heute die letzte Einhand-Rückhändlerin mit einem Major-Titel, trainiert Tagger seit November 2023 in ihrer Akademie in Varese. Ihr Aufstieg lässt sich deshalb nicht allein über Ergebnisse erklären.
In einem Interview mit dem ÖTV beschrieb Tagger diese Zusammenarbeit selbst so:
Für mich ist sie extrem wichtig. Spielerisch kann ich enorm viel von ihr lernen, taktisch und mental nehme ich am meisten von ihr mit.
— Lilli Tagger, über Francesca Schiavone
Auch Schiavone fand nach Taggers erstem Grand-Slam-Hauptfeld-Auftritt in Paris lobende Worte für ihre Schülerin. Im Gespräch mit tennisnet.com fasste sie ihren Eindruck so zusammen:
Lilli arbeitet viel. Sie ist eine tolle Person, eine tolle Spielerin.
— Francesca Schiavone, über Lilli Tagger
In einem weiteren Interview, das Schiavone kurz nach dem Prag-Titel gab, ging sie noch etwas genauer auf das ein, was sie an ihrer Schülerin besonders schätzt: weniger die Schlagtechnik als die Mentalität. Anders als viele junge Spielerinnen, die von Eltern oder Umfeld in den Profisport gedrängt werden, habe Tagger diesen Weg bewusst selbst gewählt – und sich ihre Position seither hart erarbeitet.
Dass eine ehemalige Grand-Slam-Siegerin mit exakt demselben seltenen Schlag im Trainerteam steht, ist mehr als eine nette Randnotiz. Es lässt sich als Teil einer bewussten Professionalisierung lesen, die Taggers Aufstieg von vielen anderen Junioren-Karrieren unterscheidet.
Warum Tagger in Österreich so viel Aufmerksamkeit bekommt
Im Google-Jahresrückblick 2025 landete Tagger in Österreich in der Kategorie „Österreicher:innen" auf Platz drei – hinter ESC-Sieger JJ und Herbert Kickl. Dafür gibt es mehrere Gründe: ihren historischen Juniorinnen-Titel in Paris, die ungewöhnliche einhändige Rückhand, ihr junges Alter und vor allem das Tempo ihres Ranking-Aufstiegs. Hinzu kommt, dass Tagger ihre Entwicklung in einer Phase vollzieht, in der Österreich mit mehreren Spielerinnen wieder stärker im internationalen Damentennis vertreten ist.
Das rechtfertigt noch keine großen Prognosen. Aber es macht sie zu einer der spannendsten österreichischen Tennisspielerinnen der neuen Generation – ein Status, den sie sich mit Ergebnissen und nicht mit Vorschusslorbeeren erarbeitet hat.
Der nächste Schritt für Lilli Tagger
Mit Cincinnati und den US Open stehen nun zwei weitere große Bühnen bevor. Entscheidend wird weniger sein, ob Tagger sofort den nächsten großen Titel holt, sondern ob sie ihr inzwischen deutlich höheres Ranking auch gegen regelmäßig gesetzte Spielerinnen bestätigen kann.
Häufig gestellte Fragen zu Lilli Tagger
Wer ist Lilli Tagger?
Lilli Tagger ist eine österreichische Tennisspielerin aus Lienz. Sie
gewann 2025 den Juniorinnen-Titel bei den French Open und 2026 in
Prag ihren ersten WTA-Einzeltitel.
Wie alt ist Lilli Tagger?
Tagger wurde am 17. Februar 2008 in Lienz geboren und ist damit 18
Jahre alt.
Wie hoch steht Lilli Tagger aktuell in der Weltrangliste?
Tagger ist derzeit die Nummer 46 der Welt, ihre bisherige
Karriere-Bestmarke ist Rang 45, erreicht nach ihrem Titelgewinn in
Prag im Juli 2026.
Wer trainiert Lilli Tagger?
Seit November 2023 trainiert sie bei der ehemaligen
French-Open-Siegerin Francesca Schiavone in deren Akademie in Varese,
Italien.
Warum ist die einhändige Rückhand von Lilli Tagger etwas
Besonderes?
Weil dieser Schlag im modernen Damentennis kaum noch vorkommt. Tagger
ist die höchstplatzierte Spielerin mit Einhandrückhand im
WTA-Ranking und die erste Spielerin mit diesem Schlag seit Tatjana
Maria, die ein WTA-Einzeltitel gewonnen hat.
Hat Lilli Tagger das Hauptfeld in Cincinnati erreicht?
Ja. Tagger setzte sich in der Qualifikation des WTA-1000-Turniers
gegen Lin Zhu und Robin Montgomery durch und steht damit gemeinsam
mit Sinja Kraus und Anastasia Potapova im Hauptfeld.
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