Wer ist OSKA — und warum reden wir darüber?
Maria Burger, geboren 1996 in Rastenfeld, Niederösterreich. Aufgewachsen als Jüngstes von fünf Kindern. Die Mutter Musikerin, das Haus voller Gitarrenklänge und irischer Balladen. Mit 18 zog sie nach Wien, spielte auf Straßen und Plätzen, studierte nebenbei Pop- und Jazzgesang.
Heute steht OSKA bei Nettwerk unter Vertrag — einem kanadischen Label, das auch Passenger und Stu Larsen vertritt. Ihre Debüt-EP „Honeymoon Phase" hat über fünf Millionen Spotify-Streams gesammelt. Sie hat fünf Amadeus-Nominierungen erhalten, den Music Moves Europe Award beim Eurosonic Festival 2023 gewonnen, und im Sommer 2024 vor Coldplay im Wiener Ernst-Happel-Stadion gespielt. Vier Abende lang.
Für eine Musikerin ohne Major-Label-Maschine im Rücken ist das bemerkenswert. Für uns als Sportmarketing-Agentur ist es vor allem eines: lehrreich.
Anfänge: Wie eine Marke entsteht, bevor sie eine ist
OSKAs Karriere beginnt nicht mit einem viralen Clip oder einem Castingshow-Auftritt. Sie beginnt mit Straßenmusik. Das ist wichtig, weil es den Kern ihrer Marke definiert: Nahbarkeit, Ehrlichkeit, das Unproduzierte.
Ihren Künstlernamen verdankt sie ihrem ältesten Bruder Oskar, mit dem sie auch ihren ersten Song schrieb. Die Gitarre brachte sie sich selbst bei. Diese Biografie ist keine PR-Geschichte — sie ist das Fundament, auf dem alles spätere aufbaut.
Was wir aus dem Athletenmanagement kennen: Die stärksten Marken sind die, deren Geschichte schon vor dem ersten Sponsoringvertrag steht. Wer seine Identität erst nach dem Durchbruch sucht, hat es schwerer. OSKA hatte ihre Stimme — buchstäblich und im übertragenen Sinne — schon lange bevor jemand zuhörte.
Der Durchbruch: Schlüsselmomente, die kein Zufall waren
Drei Momente haben OSKAs Karriere beschleunigt:
Erstens: Die Nominierung für den Anchor Award beim Reeperbahn Festival 2021. Dort saß Tom Odell in der Jury, hörte sie spielen — und lud sie danach persönlich als Support für seine Europatour ein. Das war keine Bewerbung. Das war ein Auftritt, der für sich sprach.
Zweitens: Der Music Moves Europe Award beim Eurosonic Festival im Januar 2023. Damit reiht sich OSKA in eine Liste ein, auf der vorher Rosalía, Dua Lipa, Stromae und Adele standen. Das ist keine Kleinigkeit.
Drittens: Die Einladung ins Vorprogramm von Coldplay im Sommer 2024, vier Nächte im Ernst-Happel-Stadion. Dazu kam ein SXSW-Debüt, bei dem LUNA Collective sie als „Vienna's Rising Star" bezeichnete.
Keiner dieser Momente kam von ungefähr. Jeder war das Ergebnis einer Kette von kleineren Entscheidungen: die richtigen Festivals bespielen, live überzeugen, kontinuierlich Musik veröffentlichen. Die Parallele zum Sport liegt auf der Hand — der Wettkampf am Samstag entscheidet sich im Training unter der Woche.
Strategie: Wie OSKA ihre Marke baut
OSKA macht vieles richtig, was größere Acts mit größeren Budgets oft nicht hinbekommen.
Ton und Haltung. Ihre Social-Media-Präsenz ist persönlich, ohne inszeniert zu wirken. Sie beschreibt sich auf Bandsintown selbst so: „I love music and I think I'm good at making people feel good. Plus: my voice isn't complete shit." Das ist kein professionell getextetes Statement. Das ist eine Haltung. Und genau das macht es glaubwürdig.
Inhaltliche Konsistenz. Vom Debüt bis zum kommenden zweiten Album „Refined Believer" zieht sich ein roter Faden: persönliche Geschichten, Familie, Aufwachsen, Zweifel, Hoffnung. OSKA wechselt nicht den Stil, weil ein Trend es verlangt. Das schafft Wiedererkennbarkeit — dasselbe Prinzip, das im Sportmarketing über Saisons hinweg den Unterschied macht.
Kluge Kollaborationen. Nettwerk als Label, David Kosten (Bat For Lashes, Marina and the Diamonds) als Produzent für das zweite Album, Tom Odell als Tourpartner. OSKA sucht sich Umgebungen, die zu ihr passen — nicht die lautesten, sondern die stimmigsten. Im Sportsponsoring würden wir sagen: Der Fit zwischen Athlet:in und Partner muss stimmen, sonst verpufft alles.
Live als Kernkompetenz. Über 100 Konzerte allein 2022. Support-Touren mit Milow, HAEVN, Matt Simons, Tom Odell. Das ist der Bereich, in dem OSKA Fans gewinnt — nicht durch Algorithmen, sondern durch Auftritte. In der Sportwelt wissen wir: Der persönliche Kontakt, das Erlebnis vor Ort, ist durch nichts zu ersetzen.
OSKA (AT) — Live at ESNS 2021
Die Sportparallele: Warum dieser Case für uns relevant ist
Wir betreuen bei Innauer + (f)acts Athlet:innen im alpinen und nordischen Skisport. Wir organisieren die Hospitality der Tour of Austria. Wir beraten Marken wie A1, Hargassner und Red Bull bei ihren Sportsponsoring-Aktivitäten. Und trotzdem — oder gerade deshalb — erkennen wir in OSKAs Weg Muster, die uns vertraut sind.
Personenmarke statt Produktmarke. OSKA verkauft keine Dienstleistung. Sie verkauft sich selbst — ihre Geschichte, ihre Stimme, ihre Perspektive. Dasselbe gilt für jede Sportlerin und jeden Sportler, den wir begleiten. Die Leistung allein reicht nicht. Was zählt, ist die Geschichte drumherum.
Rhythmus und Regelmäßigkeit. OSKA veröffentlicht Singles, spielt Festivals, gibt Interviews, pflegt Social Media. Nicht in Schüben, sondern kontinuierlich. Das ist das Äquivalent zum Trainingsplan: Wer nur bei den Rennen auftaucht, baut keine Bindung auf. Die Präsenz dazwischen entscheidet.
Piekmomente gezielt nutzen. Ein Auftritt beim Reeperbahn Festival. Ein Award beim Eurosonic. Vier Nächte vor Coldplay. Das sind die Wettkämpfe, die Saisonhöhepunkte. OSKA hat sie nicht verschlafen — sie war vorbereitet, als die Bühne da war.
Fans wie Fans behandeln. OSKAs Publikum ist klein im Vergleich zu den Acts, mit denen sie Bühnen teilt. Aber es ist loyal. Das liegt daran, dass sie ihre Hörer:innen nicht als Kennzahlen behandelt, sondern als Menschen, die ihre Geschichten teilen. Im Skisprung, im Radsport, im Alpinskisport funktioniert genau das gleiche Prinzip: Die treusten Fans sind die, die sich gesehen fühlen.
Emotionaler Anker. Wer sich eine OSKA-Platte anhört, fühlt etwas. Das klingt banal, ist es aber nicht — in einer Welt voller Content ist echte emotionale Resonanz selten. Für Athlet:innen gilt dasselbe: Die Sportler:innen, die Menschen berühren, haben langfristig die stärkeren Partnerschaften und die loyaleren Fans.
Was Marken und Athlet:innen daraus mitnehmen können
Einige konkrete Punkte:
Authentizität ist kein Buzzword, sondern eine Strategie. OSKAs Geschichte funktioniert, weil sie echt ist. Straßenmusik, selbst beigebrachte Gitarre, familiäre Wurzeln — das wurde nicht erfunden, sondern freigelegt. Für Athlet:innen heißt das: Die eigene Biografie ist der stärkste Rohstoff. Nutzen, nicht verstecken.
Kleine Bühnen sind keine kleinen Bühnen. OSKAs Durchbruch begann nicht im Stadion. Er begann auf der Bühne eines Showcase-Festivals, vor einer Handvoll Leuten — von denen zufällig einer Tom Odell war. Im Sport ist es ähnlich: Ein überzeugender Auftritt im Continental Cup kann mehr auslösen als ein mittelmäßiger im Weltcup.
Partnerschaften, die passen, schlagen Partnerschaften, die zahlen. Nettwerk ist kein Major-Label. David Kosten ist kein Hitmaschinen-Produzent. Aber beides passt zu dem, was OSKA musikalisch will. Übersetzt für den Sport: Der richtige Sponsor mit dem richtigen Fit ist wertvoller als der größte Scheck.
Geduld ist ein Wettbewerbsvorteil. OSKA hat ihre Karriere nicht über Nacht aufgebaut. Von der Straßenmusik 2014 bis zum Coldplay-Support 2024 liegen zehn Jahre. Zehn Jahre, in denen sie nicht auf den großen Moment gewartet, sondern konsequent gearbeitet hat. Für Athlet:innen, die mit 22 glauben, es müsse sofort passieren: Es muss nicht. Es muss nur weitergehen.
Die Formel — wenn man so will
OSKAs Erfolg lässt sich auf eine einfache Gleichung bringen, die uns im Sportmarketing täglich begegnet:
Talent allein reicht nicht. Talent plus Identität plus Konsistenz plus die richtige Bühne zur richtigen Zeit — das ergibt Karriere.
OSKA hat keine riesige Marketingmaschine. Sie hat eine ehrliche Geschichte, einen klaren Sound und die Fähigkeit, Menschen im Raum zum Schweigen zu bringen, wenn sie spielt. Das erinnert sehr an die Geschichte von Cosmo. Der Rest ist Arbeit, Timing und die Bereitschaft, jahrelang auf Bühnen zu stehen, auf denen noch niemand zuschaut.
Das ist nicht anders als im Spitzensport. Und genau deshalb gehört dieser Case auf unseren Schreibtisch.
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